Die Beziehungswiese

Bitte stellen Sie sich doch einmal eine Wiese vor. Eine schöne grüne Wiese. Sie ist frisch gemäht. Sie liegt an einem leichten Hang. Es ist ein sonniger Tag. Es ist warm, aber nicht zu heiß. Eine leichte Brise weht, richtig angenehm. Ein herrlicher Tag wie aus dem Bilderbuch. Mitten auf dieser Wiese stehen Sie. Zunächst einmal allein. Sonst ist noch niemand da. Haben Sie dieses Bild vor Augen? – Sie stehen mitten auf einer herrlichen Wiese. Sie atmen klare Luft tief ein und aus. Sie atmen das Leben. Sie genießen den Moment. So, und jetzt stellen Sie bitte andere Personen dazu. Die Personen, zu denen Sie eine Beziehung haben. Alle kommen nach und nach auf die Wiese. Und Sie weisen bitte jeder einzelnen Person einen Platz zu. Nehmen Sie sich Zeit dafür. Überlegen Sie, wer da alles kommen wird, zu wem Sie in Kontakt stehen, mit wem Sie in irgendeiner Weise in einer Beziehung stehen. Weisen Sie allen Personen den Platz zu, den Sie für gut und angemessen halten:

  • Ihrer Familie.
  • Ihrem Ehepartner, wenn Sie einen haben.
  • Ihren Eltern, Ihrer Mutter und Ihrem Vater. Ihren Geschwistern, wenn Sie welche haben, Bruder, Schwester, Kleinen und Großen.
  • Ihren Kindern, wenn Sie welche haben, Sohn und Tochter, einer nach der andern.
  • Ihren Enkeln, wenn Sie welche haben.
  • Ihren Großeltern, wenn Sie noch welche haben.

Der Platz füllt sich so langsam.
Sie stehen immer noch in der Mitte, und Sie ordnen jedem und jeder einen Platz zu.

  • Ihren Freunden, guten Freunden, weniger engen Freunden.
  • Ihren Bekannten.
  • Ihren Nachbarn.
  • Ihren Kollegen, den sympathischen und unsympathischen.
  • Ihren Vorgesetzten.
  • Ihren Mitarbeitern.
  • Ihren Bekannten aus der Gemeinde, vielleicht aus Ihrer Gruppe, in der Sie mitarbeiten.
  • Aus dem Chor, aus dem Orchester, aus der Band.
  • Aus der Handballmannschaft, aus dem Tennisclub, aus dem Fußballteam.
  • Aus dem Gemeinderat.
  • Aus anderen Gruppen und Kreisen, in denen Sie verkehren.

Die Wiese wird immer voller. Jeder Leser dieser Zeilen hat seine ureigene Wiese vor Augen. Jede Wiese ist ganz individuell. Jede Wiese sieht anders aus. Wenn Sie mögen – malen Sie diese Wiese nun einmal auf, wenigstens eine grobe Skizze.

Schauen Sie sich Ihre Wiese nun genau an, wahrscheinlich kommen nach und nach immer noch mehr Menschen dazu. Aber wir machen jetzt einmal eine Momentaufnahme:

  • Wer ist bis jetzt dabei?
  • Wie stehen Sie zu Ihren Mitmenschen?
  • Wer steht Ihnen am nächsten?
  • Wer steht am weitesten von Ihnen weg?
  • Wen hätten Sie am liebsten auf die Nachbarwiese gestellt, am besten auf die frisch gedüngte ganz unten am Hang?
  • Wer steht über Ihnen?
  • Wer unter Ihnen?
  • Wer steht auf jeden Fall hinter Ihnen?
  • Wer ist Ihnen immer einen Schritt voraus?
  • Wem drehen Sie den Rücken zu?
  • Wem zeigen Sie die kalte Schulter?
  • An wen wollen Sie vielleicht näher heran, aber Sie kommen nicht heran? Wie sehr Sie sich auch mühen, Sie schaffen es einfach nicht.